1. Der Güterverkehr auf der Voralbbahn
Seit der Eröffnung der Bahnlinie Göppingen - Boll im Jahr 1926 wurde
Güterverkehr auf dieser Bahnlinie durchgeführt. Wie bei den meisten
Nebenbahnen wurde damals der Express- und Stückgutverkehr auch im ländlichen
Raum fast ausschließlich über die Schiene abgewickelt. Neben diesen
Verkehren wurde auf der Bahnlinie Göppingen - Boll auch Produkte des
Landhandels auf der Schiene transportiert, sowie mittels Gleisanschluss
bedient. Bedeutende der damaligen Boller Bahn waren u.a.: Baufirma
Leonhard Weiss
(Split für das Mischwerk für Straßenbelag in Schlat), Fa. Gralglas
(Rohstoffe zur Glasherstellung) sowie Firmen auf dem Gelände des Jurawerkes
(siehe extra Artikel).
Die Spedition Wackler
wurde noch bis Anfang der 90 er Jahre auf der Schiene bedient. So wurden u.a.
auch Großmaschinenteile auf dem Speditionsgelände auf Spezialwaggons
verladen. Leider ging nach der Einstellung des Personenverkehres auf der
Bahnlinie Göppingen - Boll auch der Güterverkehr stark zurück, Ende 1994
wurde er dann von der Deutschen Bahn ebenfalls eingestellt. Für die Zukunft
besteht für eine Neuaufnahme des Gütertransportes auf der Voralbbahn eine
große Chance. Das neu erbaute Frachtzentrum der Spedition Wackler schlägt
zur Zeit ca. 1000 t Fracht um, ausschließlich über die Straße im
Containerverkehr.
Da die Transportzeiten von Frachtzentrum zu Frachtzentrum einerseits immer
knapper bemessen werden, andererseits durch den Verkehrszuwachs immer
weniger einzuhalten sind, müssen Spediteure bzw. dessen beauftrage
Transporteure in der nahen Zukunft immer mehr diese Linien -
Containerverkehre mit garantierten Lieferzeiten auf die Schiene verlagern.
Bereits heute könnte das Frachtzentrum Wackler ca. 200 t täglich auf die
Schiene verlagern, die zu Frachtknoten im Rheinland pünktlich unterwegs sein
müssen.
Obwohl das ehemalige Anschlussgleis bis an das Speditionsgelände reicht, ist
bis jetzt leider noch nicht der Umstieg auf die Schiene gelungen.
Die Güterverkehrspolitik der Railion AG spricht leider immer noch gegen
solche Verkehre, fünf bis zehn Wagen mit Wechselbrücken (20-Fuß-Container)
pro Kunde scheinen für Railion nicht lukrativ zu sein.
In diesen von Railion nicht mehr zu bedienen wollenden Transportmarkt,
springen die nicht bundeseigene Bahnen, sprich „Privatbahnen“ in zunehmendem
Maße ein.
Im Süddeutschen Raum ist die „BCB - Bayerische Cargo-bahn“, ein Unternehmen
der Connex Cargo
Logistics, in solchen Verkehren engagiert. Seit 2001 fährt die BCB einen
Containerzug im Auftrag von P&O Rhenania von Kornwestheim nach Mannheim und
nach Ulm-Dornstadt.
Als Option wäre nun denkbar: Die BCB übernimmt die Containerwaggon des
Frachtzentrum Wackler über deren Gleisanschluss und stellt sie in ihren
Containerganzzug im Bahnhof Göppingen ein.

Der Förderverein EIN NEUER ZUG IM KREIS e.V. wird zu dieser Option das Gespräch
mit den betreffenden Unternehmen suchen.
Selbstverständlich gilt auch bei dieser Lösung das Prinzip der
Wirtschaftlichkeit für den Verladenden. (Transportkosten LKW im Vergleich
zum Bahntransport). Da aber die Pünktlichkeit eine große Rolle in der
Zukunft spielt, ist die Chance groß, dass auf der Voralbbahn in Zukunft
Container transportiert werden können.

Sollte dieser Container Verkehr in naher Zukunft zustande kommen, wäre für
eine Wiedererlangung der Betriebsfähigkeit bis Boll ein wichtiger Schritt
getan. |
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